*** Annabelle 3 ***

abelle3 kritik

Autor: Peter Osteried
 
Mit ANNABELLE 3 liegt bereits der siebte Film des CONJURING-Universums vor. Nach dem direkten Vorgänger, der die Entstehungsgeschichte der Puppe erzählte, heißt es nun, dass Annabelle nach Hause kommt.
 
Gemeint ist damit aber das Haus der Geisterjäger Ed und Lorraine Warren, die die Puppe nun sicher verwahren. Aber wie es bei Geistergeschichten so ist, irgendwas geht immer schief.
 
Wie ein Leuchtturm für Geister
 
Die Warrens haben Studentinnen geholfen, die von Annabelle terrorisiert wurden. Sie bringen die Puppe nach Hause und verwahren sie in ihrem speziellen Raum, der einmal pro Woche gesegnet wird. Annabelle soll hier nichts mehr anstellen und schon gar nicht als Leiter für andere Geister dienen können.
 
Doch als die Warrens ein paar Tage verreisen, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Denn Mary Ellen passt auf die kleine Judy auf. Beide erhalten Besuch von Marys Freundin Daniela, die neugierig auf das Haus der Geisterjäger ist. Sie verschafft sich Zutritt zum Horrorzimmer des Hauses und macht einen verheerenden Fehler. Denn Annabelle kommt frei – und mit ihr Geister und Wesenheiten, die den Menschen im Haus nach dem Leben trachten.
 

 
Mit Geistern vertraut
 
Im Grunde ist es schade, dass Patrick Wilson und Vera Farmiga nur am Anfang und Ende zu sehen sind. Man hätte ANNABELLE 3 gerne auch als richtiges Sequel zu den CONJURING-Filmen gesehen, aber der Fokus richtet sich auf die jüngeren Menschen – wohl, weil man damit dem mehrheitlich jugendlichen Publikum gute Identifikationsfiguren liefert. Interessant ist hier vor allem Mckenna Grace, die sich trotz ihres jungen Alters als Geister-Koryphäe erweist. Sie spielte auch schon in AMITYVILLE: THE AWAKENING und der Netflix-Serie SPUK IN HILL HAUS mit. Madison Iseman kennt man aus GÄNSEHAUT 2. Beide schlagen sich hier gut, die Geschichte, die man offeriert, ist aber alles andere als neu.
 
Tatsächlich hat Gary Dauberman, der als Autor das CONJURING-Universum stark vorangetrieben hat, sich nun auch als Regisseur versucht. Er ist dabei aber in etwa genauso gut wie als Schreiberling. Soll heißen: Was er abliefert, ist solide, in irgendeiner Weise originell ist hier aber nichts.
 
01 ©2019 Warner Bros Pictures02 ©2019 Warner Bros Pictures03 ©2019 Warner Bros Pictures04 ©2019 Warner Bros Pictures
 
Altbekannter Grusel
 
Was Dauberman hier präsentiert, ist Horrorkost von der Stange. Dabei versucht er, auf verschiedene Gruselelemente zurückzugreifen, indem er ältere Fälle der Warrens quasi zurückkehren lässt. Auf die Weise gibt es auch ein werwolfartiges Wesen, das Ganze fühlt sich aber schon wie Stückwerk an. Aus der Menge der Einzelteile wird nie etwas Größeres. Das, was geboten ist, ist schon in Ordnung. Es gibt ein paar stimmungsvolle Szenen, schöne Schattenspiele und natürlich auch die typischen Jump Scares.
 
Nichts davon ist überraschend, allenfalls der Umstand, dass man es geschafft hat, mit einer praktisch kaum beweglichen Puppe immerhin drei Filme zu stemmen. Wirklich erschreckend ist „Annabelle 3“ wohl nur, wenn man nicht schon zu viele Geister- und Spukhausfilme gesehen hat. Das war aber schon immer ein Merkmal des Franchise, das es wiederum exzellent geschafft hat, ein jugendliches Publikum zu interessieren, das mit dieser Art von Geschichte noch nicht so vertraut ist.
 
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Fazit
 
Der in den frühen 1970er Jahren spielende Film ist passable Gruselkost, die in typischer Malen-nach-Zahlen-Manier solide Arbeit leistet, aber auch in keiner Weise überraschen oder besonders gruseln kann. Nach dem direkten Vorgänger ist dieser Film wieder so etwas wie ein Rückschritt, weil man es beim zweiten Teil noch verstanden hat, Drama-Elemente etwas stärker zu betonen.
 
Das fehlt hier völlig, dafür ist die Darstellung der Tochter der Warrens interessant und macht im Grunde Lust auf etwas, das im CONJURING-Universum schon längst überfällig ist: Eine Geschichte, die nicht vor einigen Jahrzehnten, sondern in moderneren Zeiten spielt. Angesichts von Judys Fähigkeiten wäre ein künftiger Film mit dem erwachsenen Medium sicherlich nicht die Schlechteste aller Ideen.
 
 
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